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Bildungsstreik in Stuttgart |
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Geschrieben von: AK-Bildung
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Mittwoch, den 29. Juli 2009 um 16:21 Uhr |
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Es geht los: Heute beginnt der bundesweite Bildungsstreik 2009. Studierende, SchülerInnen und Auszubildende in ganz Deutschland werden die Woche vom 15. bis zum 19. Juni dazu nutzen, ihren Widerstand gegen die Entwicklungen im Bildungssystem auf die Straße zu tragen. Höhepunkt der Streik- und Aktionswoche ist die Demo am Mittwoch, die in allen großen deutschen Städten zeitgleich stattfinden wird. Auch hier an der Uni Stuttgart wird der Lehrbetrieb zumindest teilweise zum Erliegen kommen. In der vergangenen Woche beschlossen mehr als 1500 Studierende auf den Vollversammlungen in Vaihingen und in der Stadtmitte, sich an dem bundesweiten Bildungsstreik zu beteiligen. Vor allem die Stimmung auf der Vollversammlung in der Stadtmitte (und auf der anschließenden Spontan-Demo) war aufgeheizt wie schon seit Jahren nicht mehr – nicht zuletzt wegen des „Masterplans” von Uni-Rektor Wolfgang Ressel, nach dem den Geistes- und Sozialwissenschaften in Stuttgart das Aus droht. Dabei sind aber auch viele Vaihinger Studierende von Ressels Plänen betroffen, da erstens die Zukunft der Lehramtsstudiengänge ungewiss ist und zudem gleich mehrere Fakultäten (etwa die Mathematik) massive Einschnitte erwarten. Ressel selbst sieht sich als Getriebener wirtschaftlicher Sachzwänge – und hat damit nicht einmal Unrecht. Der Masterplan ist nichts anderes als eine Konsequenz (von vielen) aus der zunehmenden Ökonomisierung des Bildungssystems und dem Eindringen wirtschaftlicher Zweckrationalität in die Universitätslandschaft – einer der zentralen Punkte, gegen den sich der Bildungsstreik richtet. Ausgang nahm die aktuelle Protestbewegung in Heidelberg; dort hat ein kleines Grüppchen Aktiver im vergangenen Jahr im Anschluss an die erfolgreichen Schülerstreiks im November, an denen bundesweit 100.000 Schüler teilnahmen, die Idee für einen bundesweiten Bildungsstreik entwickelt – und damit eine gewaltige Lawine ins Rollen gebracht. Waren die Stuttgarter Proteste in der Vergangenheit oft mehr oder weniger isoliert, haben sie diesmal eine bundesweite Bewegung im Rücken. Vor Ort organisierte neben dem AK Bildung, der sich um die Mobilisierung an der Uni Stuttgart bemühte, das Schüler Aktionskomittee (SAK) und eine Stuttgarter Vernetzung, in der mehrere Organisationen vertreten waren, den Streik. Streik heißt aber nicht: Ich bleibe zuhause. In strengen Wortsinne können Studierende überhaupt nicht streiken, weil sie keine Möglichkeit haben, wirtschaftlichen Druck auszuüben. Streik ist deshalb vielmehr im symbolischen Sinne zu verstehen. Wichtig ist vor allem, dass der Unmut über die Entwickungen im Bildungssystem so lautstark artikuliert wird, dass er nicht länger zu überhören ist. Zudem hat der AK Bildung ein Alternatives Vorlesungsverzeichnis entworfen – das freilich nur eine erste Orientierung darstellt. Die Studierende sollen selbst aktiv werden und die Woche dazu nutzen, über die derzeitige Bildungspolitik zu diskutieren, Alternativen zu entwerfen und vor allem den zukünftigen Widerstand zu organisieren. Damit wir nicht nächsten Montag an die Uni kommen und es so scheint, als wäre nichts gewesen.
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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 29. Juli 2009 um 17:56 Uhr |