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„Der AK Bildung ist immer nur dagegen, weiß selbst aber keine Alternativen” Zugegeben: Die Vollversammlung am vergangenen Mittwoch zeichnete sich nicht gerade dadurch aus, dass sie Raum für kontroverse Diskussionen ließ. Das war aber hauptsächlich schnöden Sachzwängen geschuldet: In weniger als einer Stunde rund 1000 Studierende in einem Hörsaal zu versammeln, sich selbst und den Bildungsstreik vor- sowie zur Diskussion und Abstimmung zu stellen, ist kaum zu bewältigen. In der dementsprechend kurzen Diskussion gab es dennoch auch Platz für kritische Stimmen; so empörte sich ein Kommilitone lautstark darüber, dass der AK Bildung sich das Recht herausnehme, den derzeitigen Zustand der deutschen Universitäten zu kritisieren, ihm aber keine konkreten Alternativen dazu nennen könne. Der Einwand des Kommilitonen ist schlicht sinnlos. Denn: 1.Wenn der AK Bildung – wie auf der Vollversammlung geschehen – die soziale Selektion im Bildungswesen beklagt, die durch die Einführung der Studiengebühren nachweislich verschärft worden ist, dann ist auch klar, für welche Alternative er konkret eintritt: Die Abschaffung der Studiengebühren. 2.Wenn der AK Bildung – wie auf der Vollversammlung geschehen – die finanzielle Austrocknung der Universitäten durch die Landesregierung beklagt, dann ist auch klar, für welche Alternative er konkret eintritt: Mehr Geld für das Bildungswesen. 3.Wenn der AK Bildung – wie auf der Vollversammlung geschehen – den Masterplan des Rektors ablehnt, dann ist auch klar, für welche Alternative er konkret eintritt: Denn Erhalt (wenn nicht gar den Ausbau) der Geisteswissenschaften und der Lehramtsstudiengänge an der Uni Stuttgart. Das Herumnörgeln daran, dass Leute, die politisch aktiv werden, „nur kritisieren” würden und „selbst keine Alternativen wüssten”, ist typisch für den gegenwärtigen politischen Diskurs. Immer wieder werden politische Entscheidungen damit unterfüttert, dass ihre Alternativlosigkeit behauptet wird, weil die gegebenen Umstände keinen Raum für Handlungsoptionen ließen: es sei eben kein Geld da, man müsse konkurrenz- und zukunftsfähig sein etc. Wer so argumentiert, der redet einer technizistischen Auffassung von Gesellschaft das Wort. Wo es nur darauf ankommt, das umzusetzen, was – vermeintlich! - durch unveränderliche Umstände gegeben ist, leugnet jeden Sinn und Wert politischen Handelns. Dabei ist es einer Demokratie wesentlich, dass sich jeder für seine Interessen einsetzen darf und soll; wer das nicht tut, nimmt in Kauf, das andere über sein Leben entscheiden - zum Beispiel der Bund der Deutschen Industrie.
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