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Streikzeitungs Archiv Dienstag - 16.06.2009 Stiller Protest (von Sascha Borsdorf)
Stiller Protest (von Sascha Borsdorf) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Initiative Volluniversität   
Donnerstag, den 30. Juli 2009 um 12:40 Uhr

Initiiert von der Initiative Volluniversität versammelten sich gestern 16.30 Uhr 400 Studierende vor der Staatsgalerie, um dort anlässlich der Verleihung des Landesforschungspreises an Herrn Professor Wolfram Pyta (Lehrstuhl Neuere Geschichte), ihren Unmut über die, im Rahmen des „Masterplans“ beabsichtigte, Streichung von 24 Professuren an der Universität Stuttgart, welche insbesondere die Geistes- und Sozialwissenschaften betreffen würde, kund zu tun.

Initiative Volluniversität: 400 Menschen vor der Staatsgalerie
Den Landesforschungspreis (der höchstdotierte Forschungspreis den ein Bundesland ausschreibt) erhielt Pyta für seine Forschungen über das politische Wirken des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Da dies als herausragendes Beispiel für die Qualität der Geisteswissenschaften an der Universität Stuttgart angesehen werden kann, wurde schon im Vorfeld die Ironie dieser Veranstaltung in Verbindung mit den geplanten Streichungen deutlich. Auch Rektor Wolfram Ressel, gestern nicht anwesend, lies in einer Pressemitteilung vom 11. Mai verlautbaren die  Vergabe des Preises stehe für die „hohe Qualität der Geisteswissenschaften an der Universität Stuttgart“. So scheint also selbst Qualität, auch für „unseren“ Rektor, kein Argument mehr für den Erhalt von Geistes- und Sozialwissenschaften zu sein, wo solch ein Erfolg doch eher einen Ausbau fordern müßte, - traurig.

Stiller Protest 2
Das dachten sich ebenso viele StudentInnen, nahezu alle erschienen in schwarzer Kleidung und mit einer Rose, kamen um symbolisch die mit Ressels „Masterplan“ dem Tode geweihten Geistes- und Sozialwissenschaften an der Universität Stuttgart und damit auch einen immens wichtigen Faktor für das kulturelle Leben Stuttgarts überhaupt, zu betrauern. Um dies deutlich zu machen legten die StudentInnen vor der Staatsgalerie einen Kranz nieder sowie einen Grabstein, auf dem der voraussichtliche „Tod“ der Geisteswissenschaften an der Universität im September (bis dann kann der Masterplan von allen Unigremien beschlossen werden) diesen Jahres angemahnt wurde. Nach einer Schweigeminute und gegen ende der Preisverleihung setzten sich die Studierenden schließlich im langen Zug in Bewegung, gingen in die in der Staatsgalerie stattfindenden Veranstaltung und legten als weiteres Zeichen der Trauer sowie zur Ehrung des Ausgezeichneten, ihre Rosen auf das Podium vor Professor Pyta.
Der Moderator der Preisverleihung bedankte sich noch für den ruhigen und friedlichen Protest der Studierenden, der wie er sagte, vor 50 Jahren sicherlich noch anders ausgesehen hätte. Es ist anzumerken, dass diese Form des Protestes auch dem Respekt vor Professor Pytas Leistung und seiner Auszeichnung geschuldet war und nicht dem Gedanken aktiven Widerstand auszuschließen. Das wird gegebenenfalls die restliche Woche zeigen.
Wir können auch anders!

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 30. Juli 2009 um 13:00 Uhr
 

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